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Arbeitsprobe · August 2026

Hiroshima, 80 Jahre danach

Die Quelle war ein Fachbeitrag über die Strahlenforschung an den Überlebenden von Hiroshima: sorgfältig geschrieben, mit historischen Aufnahmen und einer Risikokurve aus der Langzeitstudie — und lang genug, dass die meisten Leser nach dem zweiten Absatz aussteigen. Daraus wurde ein Film von einer Minute sechsundzwanzig.

Interessanter als der Film ist hier, was danach im Ordner lag. Die folgende Seite zeichnet die Produktion ausschließlich an ihren eigenen Dokumenten nach.

Die Eckdaten

Alle Werte stammen aus dem Kopf der Schnittliste und des Cue Sheets, nicht aus einer Schätzung im Nachhinein.

1:26,725 finale Laufzeit
8 Szenen
30 fps, Non-Drop-Frame
149 Wörter Sprechertext
18 Cues im Nachweis

Acht Szenen, zwei Herkünfte

Vier Szenen tragen Material aus dem Beitrag selbst und aus einem freien Archiv. Vier Szenen zeigen Situationen, von denen es keine Aufnahme geben kann — die Detonation, der Feuersturm, der schwarze Regen, das Forschungsarchiv von heute. Diese vier tragen im Bild sichtbar den Hinweis KI-Generiert.

scene_001 Archiv 11,1 s
scene_002 Erzeugt 9,5 s
scene_003 Archiv 7,9 s
scene_004 Erzeugt 6,9 s
scene_005 Erzeugt 7,6 s
scene_006 Archiv 8,4 s
scene_007 Erzeugt 9,0 s
scene_008 Archiv ×3 21,2 s

Die letzte Szene läuft über drei Bilder — Untersuchungskommission, Risikokurve, Genbaku-Dome von heute —, weil ihr Sprechertext der längste ist. Die Standzeit folgt dem Ton, nicht umgekehrt.

aus speakertext.txt

Was gesprochen wird

Hundertneunundvierzig Wörter für den ganzen Film. Die Kürze ist keine Sparsamkeit, sondern die Bedingung: Was in neunzig Sekunden nicht gesagt werden kann, gehört in den Artikel, auf den der Film verweist.

SzeneSprechertext
scene_001 Ein Luftbild wenige Tage danach: Elf Quadratkilometer Hiroshima waren vollständig zerstört. Wie konnte eine einzige Bombe das bewirken?
scene_002 Am 6. August 1945, um 8:15 Uhr, explodierte die Uranbombe 600 Meter über der Stadt.
scene_006 Von mehr als 300.000 Menschen starb etwa ein Drittel. Schon Wochen später begann die systematische Untersuchung.
scene_007 Aus diesen Studien wuchs die größte medizinische Langzeitbeobachtung: Überlebende, ihre Kinder und ihr ganzes Leben im Fokus.

Die Schlussszene führt das Argument des Ausgangsbeitrags weiter und ist damit eine Position, keine Feststellung. Das ist zulässig, solange erkennbar bleibt, wessen Position es ist — die Dialogliste und der Quellenbezug in der Schnittliste weisen sie dem Artikel zu.

aus cue-sheet.xlsx

Woher die Bilder kommen

Fünf reale Aufnahmen tragen den Film. Vier davon standen im Beitrag, eine kam aus Wikimedia Commons dazu. Jede hat im Cue Sheet eine Zeile mit Urheber, Fundstelle, lokaler Datei und Prüfsumme.

BildInhaltUrheber / NachweisEinsatz
img_002 Luftbild der zerstörten Stadt, Kreis um das vermutete Hypozentrum Photo Manhattan District, über Dr. Rüegg 00:00:00
img_001 Historische medizinische Aufnahme, Brandverletzung gemeinfrei 00:00:20
img_003 Japanische Untersuchungskommission vor dem A-Bomb Dome Shigeo Hayashi · Hiroshima Peace Memorial Museum 00:00:43
img_004 Risikozahlen der Langzeitstudie Brenner AC et al. 00:01:07
img_006 Genbaku-Dome, Aufnahme von 2024 Wikimedia Commons 00:01:14

Der Lizenzstatus steht in jeder Zeile als offene Frage, nicht als Freigabe. Wörtlich: „Copyright and reuse rights remain with the original publishers. Review licenses before publication.“ Für eine Veröffentlichung außerhalb des Ursprungsbeitrags ist das die Liste, die abgearbeitet werden muss — und genau dafür ist sie da.

Welche Funktionen dabei gearbeitet haben

Jede lässt sich an einer Stelle in den Dokumenten ablesen. Das ist der Sinn der Übung: nicht behaupten, was das Verfahren kann, sondern zeigen, wo es steht.

Quellenkopie mit Prüfwert

Text, Tabellen und sechs Bilder wurden einmal gesichert und über den gesamten Bestand geprüft. Die Kopfzeilen aller fünf Mappen nennen die Projektkennung, unter der dieser Stand liegt.

Szenenplanung mit Quellenbindung

Die Spalte Quellen-Refs in Schnittliste und As-Broadcast Script nennt für jede Szene den Textabschnitt und das Bild, auf die sie sich beruft — etwa sec_003, img_002 für die erste Einstellung.

Sprecherspur mit Wortvermessung

Die Dialogliste führt als Zeitbasis Whisper-Worttimestamps und verweist auf das ausgewertete Transkript. Deshalb sitzen die Untertitel, und deshalb sind die Szenenlängen krumm.

Erzeugtes Bild, gekennzeichnet

Vier Szenen sind im As-Broadcast Script als KI-generiertes Einzelbild geführt und tragen in der Spalte „Einblendungen“ die Kennzeichnung, die auch im Bild steht.

Gemessene statt gerechnete Zeiten

Die Schnittliste nennt für jede Einstellung ffprobe nb_frames als Zeitbasis — die Framezahl wurde am fertigen Clip abgezählt. Eine gerechnete Ersatzdauer wäre als solche markiert.

Endcard mit Bildnachweisen

Am Schluss stehen alle Urheber der tatsächlich gezeigten Bilder, je einmal, in der Reihenfolge ihres ersten Auftritts — dazu die Absenderzeile, über die der Weg zurück zum Artikel führt.

Und der Aufwand?

Der Rechenteil läuft weitgehend allein. Die Zeit, die tatsächlich anfällt, liegt beim Gegenlesen des Szenenplans und bei den Korrekturen danach — in diesem Projekt waren es ein Dutzend Eingriffe von Hand: Sätze geschärft, eine Szene neu geplant, Bilder anders zugeordnet.

Das ist der Punkt, den ich nicht wegautomatisieren will. Ein Film, den niemand gegengelesen hat, ist schnell fertig und danach wertlos.